Saisonstart am Monte Lema im Malcantone Ticino

Hallo  Gerhard,

ja wirklich schade das du nicht dabei warst, es war wieder ein Hammer Erlebnis am Monte Lema im Malcantone Ticino. Hier nun mein Bericht für die Homepage der MBG-Radolfzell: Los ging es am Karfreitag um 7:00. Nach der Abfahrt von Hausen kam ich nach viereinhalb Stunden in dem kleinen Ort Miglieglia am Monte Lema an. Kaum hatte ich die Hecktüre meines VW-Buschens geöffnet stand schon Alexandre, ein Modellfliegerkollege aus CH-Lausanne hinter mir und wir waren gleich im Gespräch. Wir waren an diesem Tag die zwei harten Jungs, die bei cirka 50cm Schnee die alpine Modellfliegersaison am Monte Lema  (1624 über NN) eröffneten.  Alexandre hatte seine Freundin Monika aus Californien mitgebracht und wir hatten einen perfekten Nachmittag. Alexandre mit seiner FS 4000 von Sport Klemm berichtet von 8 bis 10 Meter steigen in der Thermik bis auf 600 Höhenmeter über Grund. Ich blieb mit meinem  ERWIN XL respektvoll auf Sicht- und Augenhöhe. Flugspass ohne Ende.  Am  Ostersamstag sollte es Wettertechnisch noch besser werden und zu dem hatte sich ein  Modellbaukollege von Alexandre angekündigt. Jack, ein Schuldirektor mit seiner B4  aus der französischen Schweiz ist auch sehr freundlich auf mich zugekommen und  wir haben uns gut verstanden.

Mit der Gondelbahn waren wir in 10 Min (zu Fuß braucht man 1,5h) auf dem Lema und weiter 10 Min durch den Schnee brachten uns zum Startplatz. Hier  fachsimpelten wir noch und für mich war es klar das ich meinen ERWIN XL mit den Stahlverbindern auf 4,1kg aufbalastiere, da wir die Megathermik erwarteten. Voller Freude  packte ich noch meine  GOPRO auf die Flächen und wollte mit ein paar sanften Runden das gigantische Panorama  am Monte Lema  aus der Luft festhalten.

Vertrauensvoll in meine Flugkünste und die zu erwartende Thermik startete ich meinen Freund Erwin.  Ich flog das Modell cirka 300 Meter vom Berg in langsamen Runden an der Hangkante  vorbei und musste feststellen, dass meinem Erwin die Leichtigkeit fehlte. Klar, Erwin mit 4,1 Kg und die GOPRO auf dem Buckel. Hmm, im Nacken wurde mir es etwas heiß und da ich bemerkte, dass mein Flieger mehr und mehr sank. Kurzum beschloss ich zu landen.  Zum gleichen Zeitpunkt sah ich auf unsere eigentlich super langen und breiten Landebahn, dass sich mehrere Spaziergänger die Landung zum unkalkulierbaren Risiko machten. Kurz entschlossen drehten ich nochmal um weil mir eine Gefährdung von Personen nicht in Frage kam.  Dann nahm das Drama seinen lauf, das Sinken ging immer schneller und ich hatte auch Sichtprobleme das Modell weiter zu steuern.  “Shit happens” Die Buchenwälder am Lema sind so dicht, dass ich nach 2h Stunden Suche in steiler Hanglage aufgab. Am Sonntag bestieg ich den Monte Lema von der Westseite und  ich hatte immer noch Hoffnung meinen Erwin zu finden. Es war so wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Vergebens!  Zurück blieb meine Depristimmung,  sportliches Modellsegelflieger suchen im schönen Tessin und viele positive neue Erfahrungen.

Mein Resümee` :  Ich habe meinen “ Freund Erwin” verloren......... doch zwei neue Modellfliegerfreunde gefunden. Alexandre und Jack haben mich zum fliegen in die französischen Alpen eingeladen und da freue Ich  mich schon sehr darauf. Weiter  werde ich wieder an den Monte Lema zurück kommen und kann jedem  der sich für den alpinen Segelflug begeistern kann dieses Modellflugparadies wärmstens empfehlen.

Mit Flieger Grüßen

Thomas

Hallo Thomas. Danke für den tollen Bericht.
Ja, so ist das bei uns Modellpiloten. Mal Höhen, mal Tiefen. Und trotzdem betreiben wir unser schönes Hobby weiter. Wahrscheinlich, weil die Höhnen überwiegen.